Die Standseilbahnen der Schweiz

Gütschbahn - Theater Folge 11: Die Stadt Luzern ist das Problem !

Die Talstation der Gütschbahn 2014In der Folge 11 des Gütschbahn-Theaters meldet sich nun wieder einmal das Hotel Gütsch und nennt alle Fakten zu den Verhandlungen mit der Stadt Luzern seit 2009 ! Auch der Vertragsentwurf ist jetzt öffentlich. Aktuell ist ganz klar die Stadt Luzern schuld, dass es mit der Gütschbahn nicht mehr weitergeht.

Der Stadtrat der Stadt Luzern ist seit Januar 2014 mit dem von beiden Seiten ausgehandelten Vertragsentwurf nicht mehr einverstanden und hat neue Anliegen. Er möchte die Zahlungen an die Betriebskosten neu auf mehrere Jahre verteilen. Anscheinend kommunizierte die Stadt Luzern dies (siehe Folge 10), ohne mit dem Hotel Gütsch darüber überhaupt gesprochen zu haben !

Sicher ist, dass das Hotel Gütsch (CHGI) den Bau der Gütschbahn erst fortsetzen wird, wenn hinsichtlich der Finanzierungssituation Klarheit und Garantie besteht. Wie Michael Millership, Verwaltungsrat der CHGI, bereits informiert hat, braucht das Hotel Château Gütsch die Bahn nämlich nicht. Sie liesse sich im Rahmen des Hotelbetriebs nicht wirtschaftlich betreiben. Weil sich die CHGI aber der Bedeutung der Bahn für die Stadt Luzern bewusst ist, ist sie dennoch bereit, ihren Beitrag an den Bahnbetrieb zu leisten und hofft nach wie vor, dass mit der Stadt ein Finanzierungsmodell gefunden werden kann.

Der Vertragsentwurf zwischen der Stadt und der CHGI vom Juli 2013
Finanzierungbeitrag der Stadt Luzern an Bau: CHF 1‘400‘000.00
Einmaliger Betriebsbeitrag: CHF 250‘000.00
Zahlungsmodus: CHF 1‘000‘000.00 spätestens per 01.06.2014, CHF 650‘000.00 spätestens per 01.06.2015. Öffentlichkeit kann die Bahn nutzen. Sie muss zu diesem Zweck in den Tarifverbund eingegliedert werden. Sollte die CHGI nicht mehr in der Lage sein, die Bahn zu betreiben, steht dieses Recht der Stadt zu. Sie hat diesfalls auch Anspruch auf alle Tarifeinnahmen.

06. Januar 2014:
Mitteilung der Stadt Luzern, dass wenn bereinigter Entwurf bis Donnerstag, 16. Januar 2014 vorliege und der Stadtrat dem Entwurf zustimme, die Traktandierung des Geschäfts im Grossen Stadtrat für die Sitzung vom 17. April 2014 möglich sei.

15. Januar 2014:
Zustellung des bereinigten Vertragsentwurfs durch CHGI an die Stadt. Umgehende Mitteilung der Stadt, im Stadtrat seien neue Anliegen geäussert worden. Der skizzierte Zeitplan für einen Antrag an den Grossen Stadtrat verzögere sich. Man werde sich mit CHGI wieder in Kontakt setzen, sobald die Details der stadträtlichen Beratung vorliegen.

23. Januar 2014:
CHGI teilt der Stadt ihr Bedauern über die Verzögerung mit und kündigt – wie zuvor bereits mehrmals mündlich – nun auch schriftlich an, den Bau nach Abschluss der Tiefbauarbeiten einzustellen, wenn bis dahin bezüglich des städtischen Finanzierungsbeitrags keine Einigung bestehe.

11. März 2014:
CHGI teilt mit, dass sie die Arbeiten an der Gütschbahn nicht mehr weiterführe, nachdem die Tiefbauarbeiten nun abgeschlossen seien.

So wie das aktuell aussieht, ist die Stadt Luzern auf dem besten Weg, nach der Dietschibergbahn 1978 auch die Gütschbahn zu beerdigen. Geld für abgesperrte Fussball-Trainingsfelder und das KKL hat man jederzeit, aber keines für Standseilbahnen in wunderschöne Erholungsgebiete für alle Luzerner. Traurige Zustände in der Stadt Luzern.

Gütschbahn - Theater Folge 10: Der Stadtrat meldet sich

Als die Gütschbahn noch fuhrDer Stadtrat will den Bahnbau mit 1.65 Millionen Franken unterstützen. Dieser Beitrag soll aber zur Absicherung in Raten an die privaten Eigentümer übergeben werden. Der erste Anteil für die Baukosten erfolgt bei Inbetriebnahme der Anlage, der andere Anteil in Jahrestranchen an die Betriebs- und Amortisationskosten der Bahn. Diese Beiträge sind dann vom Betrieb der Bahn abhängig. Die Gütschbahn ist für die Stadt Luzern nur von Interesse, wenn sie fährt und vorzugsweise in den Tarifverbund integriert wird.

Der Zeitplan hängt jetzt vom Verlauf der Vertragsverhandlungen mit dem Hotel ab. Der Stadtrat wird dann sobald wie möglich den entsprechenden Bericht und Antrag ausarbeiten und ihn dem Parlament zur Behandlung unterbreiten. Wenn man zwischen den Zeilen liest, wird dies alles wieder einige Zeit dauern. Zuerst war die Behandlung im Grossen Stadtrat für Februar 2014 geplant; aktuell wird kein Zeitpunkt mehr genannt. Warten wir gespannt auf Folge 11 der unendlichen Geschichte.

Medienmitteilung Stadtrat Luzern vom 20. März 2014
6000.01 Die Gütschbahn von Luzern im Standseilbahn - Katalog